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Abhängigkeitserkrankungen und Selbsthilfe

Liebe Selbsthilfe-Interessierte,


Abhängigkeitserkrankungen gehören weiterhin zu den großen gesundheitlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Ob Alkohol, Medikamente, illegale Substanzen oder Verhaltenssüchte wie Glücksspiel oder Internetnutzung – Sucht kann Menschen jeden Alters, jeder sozialen Schicht und jeden Lebenswegs treffen. Trotz vielfältiger Aufklärung ist das Thema noch immer mit Scham, Vorurteilen und gesellschaftlicher Ausgrenzung verbunden.


Selbsthilfegruppen sind weit mehr als ein regelmäßiges Treffen von Betroffenen. Sie sind Räume der Offenheit, in denen Menschen ohne Angst vor Bewertung über ihre Erfahrungen sprechen können. In einer Atmosphäre des gegenseitigen Verständnisses entsteht etwas, das in der klassischen Therapie allein manchmal schwer zu erreichen ist: das Gefühl, nicht allein zu sein. Wer anderen zuhört, erkennt eigene Muster, Hoffnungen und Rückschläge wieder – und erlebt, dass Veränderung möglich ist.


Ein zentraler Wert der Selbsthilfe liegt im Prinzip der Gleichbetroffenheit, Menschen begegnen sich hier auf Augenhöhe. Diese Erfahrung kann besonders für Personen wichtig sein, die sich lange isoliert oder unverstanden gefühlt haben. Die Gruppe wird zu einem sozialen Netz, das Halt gibt, Rückfälle auffängt und Erfolge gemeinsam feiert. 


Selbsthilfegruppen sind kein Ersatz für professionelle Behandlung, aber eine wichtige Ergänzung. Studien zeigen, dass die Kombination aus Therapie, medizinischer Betreuung und Selbsthilfe die Chancen auf langfristige Stabilität deutlich erhöht. Selbsthilfegruppen schaffen Kontinuität – auch dann, wenn eine Therapie bereits abgeschlossen ist. 

 

Gesellschaftlich betrachtet erfüllen Selbsthilfegruppen zudem eine wichtige Funktion der Entstigmatisierung. Sie machen sichtbar, dass Sucht eine Erkrankung ist und kein moralisches Versagen. Indem Betroffene offen über ihre Erfahrungen sprechen, tragen sie dazu bei, Vorurteile abzubauen und andere Menschen zu ermutigen, Hilfe zu suchen.


Und in dieser Ausgabe unserer „Selbsthilfezeitung für die Wetterau“ sprechen Betroffene offen über ihre Erfahrungen: Die Mitglieder verschiedener Selbsthilfegruppen stellen sich und ihre Gruppen vor. Es gibt Portraits des Caritas-Beratungszentrums in Friedberg und des Zentrums für Jugendberatung und Suchthilfe für den Wetteraukreis. Daneben lernen Sie die salus-kliniken Bad Nauheim und Friedberg sowie die Entgiftungsstation des GZW kennen. Abgerundet wird unser Schwerpunktthema durch die Auflistung aller Selbsthilfegruppen mit Abhängigkeitserkrankungen im Wetteraukreis.


Am Ende unserer Zeitung finden Sie an gewohnter Stelle Veranstaltungshinweise für unsere Selbsthilfegruppenmitglieder und News aus der Wetterauer Selbsthilfelandschaft.


Nun wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen! 

Beste Grüße, Eva Raboldt (Herausgeberin)

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